Shopware 5 zu 6 Migration: Kosten, Ablauf und Zeitplan 2026

Shopware 5 erhält seit Mitte 2024 keine Sicherheitsupdates mehr. Jeder Monat auf dem alten System ist damit keine Sparmaßnahme, sondern ein wachsendes Risiko für Shop, Daten und Rankings. Dieser Guide zeigt dir, was die Migration auf Shopware 6 wirklich kostet, wie ein sauberes Projekt abläuft und wie du den Umzug planst, ohne Umsatz und Sichtbarkeit zu verlieren.

Warum jetzt und nicht irgendwann?

Der Support für Shopware 5 ist Mitte 2024 ausgelaufen. Seitdem gibt es keine Sicherheitspatches mehr, und die Lücke zwischen deinem Shop und dem aktuellen Stand wächst jeden Monat: Payment-Anbieter stellen alte Schnittstellen ab, Plugin-Hersteller pflegen ihre 5er-Versionen nicht mehr, rechtliche Anforderungen werden nur noch für Shopware 6 umgesetzt.

Das eigentliche Risiko ist dabei selten der große Knall, sondern das schleichende Teurer-Werden: Jede Anpassung am alten System ist Geld, das in eine Plattform ohne Zukunft fließt. Wer wachsen will, migriert nicht, weil Shopware 6 glänzt, sondern weil Stillstand auf Shopware 5 laufend Substanz kostet.

Kein Update, sondern ein Neuaufbau

Der wichtigste Punkt fürs Erwartungsmanagement: Shopware 6 ist keine neue Version im Sinne eines Updates, sondern eine neue Plattform mit neuer Architektur. Das heißt konkret:

  • Daten ziehen um: Produkte, Kategorien, Kunden und Bestellungen lassen sich strukturiert migrieren; dafür gibt es erprobte Werkzeuge und Prozesse.
  • Plugins ziehen nicht um: Shopware-5-Plugins sind inkompatibel. Für Standard-Funktionen gibt es 6er-Nachfolger oder der neue Kern bringt die Funktion gleich mit; individuelle Plugins werden neu entwickelt.
  • Das Theme entsteht neu: Der Storefront-Unterbau ist ein anderer. Das ist Aufwand, aber auch die Chance, UX und Conversion gleich mit zu verbessern, statt Altlasten zu kopieren.

Genau deshalb ist die Migration auch eine Inventur: Was von dem, was sich in Jahren angesammelt hat, braucht dein Geschäft wirklich noch? In fast jedem Projekt fliegt ein Drittel der alten Plugins ersatzlos raus.

Was kostet die Migration wirklich?

Die ehrliche Spanne aus unserer Projekterfahrung: je nach Komplexität meist zwischen 15.000 und 60.000 Euro. Ein Shop nah am Standard mit sauberen Daten liegt am unteren Ende; ein stark individualisierter Shop mit B2B-Logik und ERP-Anbindung darüber. Vier Faktoren treiben den Preis:

  • Individuelle Plugins und Anpassungen: Alles, was nicht Standard ist, wird neu gebaut oder ersetzt. Die Anzahl deiner Individual-Plugins ist der größte Einzelfaktor.
  • Datenqualität: Gepflegte Produktdaten wandern schnell; gewachsene Datenberge mit Dubletten und Karteileichen kosten Aufbereitungszeit.
  • Schnittstellen: ERP, PIM, Versand, Payment; jede Anbindung wird auf der neuen Plattform neu verdrahtet und getestet.
  • Theme-Umfang: Vom schlanken Standard-Theme mit Branding bis zum komplett individuellen Design ist alles möglich; der Umfang ist eine bewusste Budget-Entscheidung.

Vorsicht bei Angeboten deutlich unter dieser Spanne: Wer die Migration als Pauschal-Schnäppchen verkauft, spart meist an Tests, Redirects oder Datenqualität; bezahlt wird das später, nur teurer.

Der Ablauf in fünf Phasen

1. Analyse und Datenlandkarte

Welche Produkte, Varianten, Kunden, Bestellungen und Plugins existieren, was davon muss in die neue Welt und was darf weg? Am Ende steht ein schriftlicher Scope, der Angebot und Zeitplan belastbar macht.

2. Setup und Architektur

Shopware-6-Umgebung, Hosting, Entwicklungs- und Staging-Systeme. Parallel wird entschieden, welche Systeme Master bleiben und wie ERP, PIM und Payment angebunden werden.

3. Theme und Funktionen

Der Storefront entsteht neu: Design, UX und die Funktionen, die dein Geschäft wirklich braucht. Hier fließen Conversion-Learnings aus dem alten Shop direkt in den neuen.

4. Datenmigration und Redirects

Produkte, Kunden und Bestellhistorie ziehen strukturiert um, mehrfach getestet. Parallel entsteht die Redirect-Map für alle URLs, die Rankings oder Kampagnen tragen.

5. Test, Go-Live und Hypercare

Checkout, Steuern, Versand und Schnittstellen werden mit echten Szenarien getestet. Der Go-Live läuft mit Freeze-Fenster und letzter Datensynchronisation; danach zwei Wochen engmaschiges Monitoring statt „wird schon".

Der realistische Zeitplan

Zwei bis vier Monate, abhängig von Datenmenge, Individualisierung und Schnittstellen. Wichtig für deine Planung: Der alte Shop läuft die ganze Zeit normal weiter und verkauft; die neue Umgebung entsteht parallel auf Staging. Ausfallzeit beim Umschalten liegt im Bereich von Stunden, nicht Tagen. Wer den Wechsel vor dem eigenen Saisongeschäft plant, startet idealerweise vier bis sechs Monate vorher.

So überleben deine Rankings den Umzug

Die Angst vor dem SEO-Einbruch ist der häufigste Grund, die Migration aufzuschieben; berechtigt ist sie nur bei schlechter Planung. Drei Dinge entscheiden:

  • Vollständige Redirect-Map: Jede alte URL mit Rankings, Backlinks oder Kampagnen-Traffic bekommt eine 301-Weiterleitung auf ihr neues Ziel; nicht nur die Startseite und die Top-Kategorien.
  • Saubere Zuordnung: Produkte und Kategorien behalten ihre inhaltliche Struktur; Meta-Daten, strukturierte Daten und interne Verlinkung werden mit umgezogen.
  • Content-Freeze: Rund um den Go-Live keine parallelen Inhalts- oder Strukturänderungen; sonst lässt sich ein Einbruch nicht mehr sauber diagnostizieren.

Was du selbst vorbereiten kannst

  • Liste aller installierten Plugins ziehen und ehrlich markieren, was davon wirklich genutzt wird.
  • Produktdaten aufräumen: Dubletten, inaktive Artikel, verwaiste Kategorien.
  • Alle Schnittstellen und Exporte dokumentieren, auch die inoffiziellen (CSV-Exporte, kleine Skripte, Zapier-Strecken).
  • Zugänge klären: Hosting, Domain, Google Search Console, Payment-Anbieter.
  • Intern festlegen, wer Entscheidungen trifft und wer testet; fehlende Mitwirkung ist der häufigste Zeitplan-Killer.

Oder gleich zu Shopify?

Weil ohnehin neu aufgebaut wird, ist die Migration der ehrlichste Moment für die Plattformfrage. Für viele Shops bleibt Shopware 6 die richtige Antwort: komplexe B2B-Preislogik, tiefe ERP-Verzahnung und volle Datenhoheit sprechen klar dafür. Reines B2C nah am Standard kann auf Shopify dagegen schlanker und schneller fahren.

Wir bauen beide Systeme und haben in dieser Frage kein Lager. Wie du sie für dich beantwortest, steht im Detail in unserem Vergleich Shopify oder Shopware? Der ehrliche Vergleich 2026; die Projektlogik für einen Plattformwechsel beschreibt der Guide Wann eine Migration zu Shopify sinnvoll ist.

Häufige Fragen zur Shopware-5-zu-6-Migration

Was kostet die Migration von Shopware 5 auf Shopware 6?

Je nach Komplexität meist zwischen 15.000 und 60.000 Euro. Die Treiber sind die Anzahl individueller Plugins und Anpassungen, die Qualität der Produktdaten, angebundene Systeme wie ERP oder PIM und der Umfang des neuen Themes. Ein Shop nah am Standard liegt am unteren Ende, ein stark individualisierter B2B-Shop darüber.

Wie lange dauert die Shopware-5-zu-6-Migration?

Realistisch zwei bis vier Monate, je nach Datenmenge, Individualisierung und Schnittstellen. Der Shop läuft währenddessen normal weiter; die neue Umgebung entsteht parallel auf Staging und wird erst zum Go-Live umgeschaltet.

Können Shopware-5-Plugins übernommen werden?

Nein. Shopware 6 hat eine neue Architektur, Shopware-5-Plugins sind nicht kompatibel. Für die meisten Standard-Plugins gibt es Shopware-6-Nachfolger, individuelle Plugins werden neu entwickelt. Die Migration ist der richtige Moment, um auszumisten: Viele Alt-Plugins braucht in Shopware 6 niemand mehr, weil der Kern die Funktion mitbringt.

Bleiben meine SEO-Rankings bei der Migration erhalten?

Ja, wenn die Migration sauber geplant ist. Entscheidend sind eine vollständige Redirect-Map für alle URLs, die Rankings oder Ads tragen, saubere Produkt- und Kategoriezuordnung und ein Content-Freeze rund um den Go-Live. Ohne Redirect-Plan kostet der Umzug Wochen an Sichtbarkeit.

Lohnt sich stattdessen der Wechsel zu Shopify?

Manchmal ja. Wenn du ohnehin neu aufbauen musst, ist das der richtige Moment für die Plattformfrage. B2C mit Standard-Prozessen kann auf Shopify schlanker fahren; komplexe B2B-Logik und volle Datenhoheit sprechen für Shopware 6. Wir bauen beide Systeme und beraten ohne Lager.

Läuft mein Shop während der Migration weiter?

Ja. Die neue Umgebung entsteht parallel auf einem Staging-System, während der alte Shop normal verkauft. Erst zum Go-Live werden letzte Daten synchronisiert und die Domain umgeschaltet; die Umstellung selbst dauert Stunden, nicht Tage.

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